Zusammengestellt von Prof. Dr. Wilhelm Matzat
Die Hafenbaudirektoren waren:
- Marine-Baurat Georg Gromsch, 16. Mai 1898 bis Nov. 1902
- Julius Rollmann, Marine-Hafenbaumeister Nov. 1902 bis Nov. 1907 (ab 1905 wurde der Hochbau selbständig) (Stellvertreter 1903-05 Regierungsbaumeister Pohl)
- Marine-Baumeister Karl Bökemann, Dez. 1907 bis 22.2.1911
- Marine-Hafenbaumeister Fritz Riekert, ab 22.2.1911 bis August 1914 TK*: Riekert (geb. 1876) trifft am 13.9.1910 in Tsingtau ein. Er übernimmt zunächst die Direktion der Bauverwaltung I (Hafenbau). Am 22.2.1911 wird Riekert Hafenbaudirektor, er löst den Hafenbaudirektor Bökemann ab. Hafenbaumeister Dr. Ing. Karl Gerecke, der am 16.3.1911 eintrifft, wird nun Direktor der Bauverwaltung I.
Abteilung I: Hafenbau
- Wasserbauinspektor Born, 15.1.1901 erwähnt, bis Nov. 1902
- Regierungsbaumeister Edwald Probst, ab Nov. 1902, 1903
- Marine-Baumeister Ernst Troschel ab 4.9.1903 bis 1905
- Marinebaumeister Karl Bökemann, 1907 bis 1.12.1907
- Regierungsbaumeister Vaske, Dez. 1907, bis 13.9.1910
- Marine-Hafenbaumeister Fritz Riekert, 13.9.1910 bis 22.2.1911
- Marine-Hafenbaumeister Dr. Ing. Karl Gerecke ab 16.3.1911, 1912 , 1913: Gerecke promovierte an der TH Braunschweig am 12.3.1909 mit der Dissertation:
„Untersuchungen zu Knotenpunktausbildungen bei Holzkonstruktionen.“ - Marine-Baumeister Emil Klein, 1914 TK*
Abteilung II: Tiefbau
- Regierungsbaumeister Bernhard Sievert, 15.1.1901 erwähnt, bis Nov. 1902
- Dipl. Ing. Fritz Steinmetz, ab Nov. 1902, 1903
- Regierungsbaumeister Kloevekorn, 1905, 1907
- Diplomingenieur Fritz Steinmetz, 1908, 1910, 1911, 1912, 1913,
auch Dozent an der Deutsch-Chinesischen Hochschule. TK* - Diplomingenieur Wiegrefe, 1914
Hochbauabteilung (bis 1905 Abteilung III)
- Stadtbaumeister Max Knopff, August 1898 – 1900
- Reg.-Baumeister Karl Strasser, 15.1.1901, 18.9.1902 (von 1903-04/05 nicht in Tsingtau)
- Von 1903-05 war die Hochbauabteilung in die Abteilungen III.a, III.b und III.c eingeteilt, jede Abteilung hatte einen Regierungsbaumeister als Vorstand.
- Ab 1905 bis Aug. 1914 war wieder Karl Strasser in Tsingtau und alleiniger Leiter der
Hochbauabteilung, zum Schluss mit dem Titel: Intendantur- und Baurat. TK*
*TK = Tsingtaukämpfer anschließend in japan. Kriegsgefangenschaft
(Weitere Daten zu Fritz Riekert, Emil Klein, Fritz Steinmetz, Karl Strasser
bei Hans-Joachim Schmidt auf www.tsingtau.info)

Karl Strasser wurde am 30. Juni 1869 in Aulendorf (Württemberg) geboren, wo sein Vater Rudolf Otto Albert Strasser als Architekt tätig war. Die Mutter war Maria Josepha, geb. Letzer, Tochter des Werkmeisters Andreas Letzer in Schwäbisch Gmünd. Nach dem Abitur an der Oberrealschule Stuttgart (möglicherweise auch am Gymnasium in Ludwigsburg, wo sein Vater ab 1876 als königl. Garnison-Baumeister tätig war) studierte Karl Strasser von 1888 bis 1892 Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart und schloss das Studium im Mai 1892 mit der Prüfung als Regierungsbauführer ab. Er trat in der Folge in den württembergischen Staatsdienst ein und wurde in der Militärbauverwaltung beschäftigt, unterbrochen vom 1.10.1892 bis zum 30.9.1893 durch seinen Wehrdienst. Nach der Entlassung kehrte er offenbar nicht in den württembergischen Staatsdienst zurück, sondern wechselte in den preußischen Staatsdienst. In der Funktion als Regierungsbauführer und Bauleitender war er in Saarbrücken tätig, allerdings nur 14 Monate lang, denn am 1.12.1894 wurde er in den bayerischen Staatsdienst übernommen und am 1.6.1896 zum Regierungsbaumeister ernannt.